Generelle Anforderungen an Dachziegel
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In Deutschland hergestellte Dachziegel müssen der Europäischen Produktnorm DIN EN 1304 Tondachziegel für überlappende Verlegung, Oktober 1998, entsprechen und nach den Fachregeln des deutschen Dachdeckerhandwerks eingedeckt werden. Auf diesen Grundlagen hergestellte Ziegeldächer gelten als regensicher.
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Art der Anforderung
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Festlegung durch |
| Konformitäts- und Güteüberwachung |
DIN EN 1304 |
| Frostwiderstandsfähigkeit |
DIN EN 539-2 |
| Wasserundurchlässigkeit |
DIN EN 539-1 |
| Biegetragfähigkeit |
DIN EN 538 |
| Bestimmung der geometrischen Kennwerte |
DIN EN 1024 |
| Kennzeichnung |
DIN EN 1304 |
| Anforderungen an Struktur und Oberfläche |
DIN EN 1304 |
Wichtiger Hinweis: DIN 456 mit Prüfnormen gilt nicht mehr! |
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| In der DIN EN 1304 sind erstmalig auch Toleranzen im Hinblick auf Oberflächenveränderungen aufgeführt.
Grundlage für die Toleranzbestimmung ist ein gebrauchsüblicher Betrachtungsabstand (6 bis 10 m außerhalb der Dachfläche). Alle aufgeführten Merkmale schränken die Gebrauchsfähigkeit des Dachziegels in der angegebenen Toleranz nicht ein.
In anderen Regelwerken bzw. auch in der keramiktechnischen Literatur finden sich weitere Eigenschaften, die in Teilen ausschließlich auf den Dachziegel zutreffen.
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Zusätzliche Anforderungen / Eigenschaften
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| Nicht brennbar |
Spezifische Materialeigenschaft |
| Säurebeständigkeit |
Spezifische Materialeigenschaft |
| UV-Beständigkeit |
Spezifische Materialeigenschaft |
| Farbbeständigkeit und natürliche Patinierung |
Spezifische Materialeigenschaft |
Struktur und Oberfläche des Dachziegels Toleranzen
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Nachstehende Prüfnormen gelten in Verbindung mit der DIN EN 1304:
DIN EN 538 Prüfung der Biegetragfähigkeit, 1994-11,
DIN EN 539-1 Prüfung der Wasserundurchlässigkeit,1994-11
DIN EN 539-2 Prüfung der Frostwiderstandsfähigkeit, 1998-07
DIN EN 1024 Bestimmung der geometrischen Kennwerte, 1997-06
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Art
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Beschreibung
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| Oberflächenbesonderheiten |
Rillen, Reliefwirkungen,
Farbflecken und Falten usw. |
| Haarrisse |
Risse, welche nur die Oberfläche auch bei Engoben oder Glasuren betreffen oder die Haftung der Engobe und der Glasur am Scherben nicht beeinträchtigen. |
| Blasen |
Örtliche, oberflächliche Erhebungen des Werkstoffes, welche bei der Fertigung entstehen und eine mittlere Abmessung bis 10 mm aufweisen. |
| Krater |
Verlust an Werkstoff, oftmals wegen der Ausdehnung eines Kornes (z.B. aus Kalk oder Pyrit) in einer mittleren Abmessung bis 7 mm auf dem im Einbauzustand sichtbaren Bereich des Dachziegels. |
| Splitter |
Ablösung eines Teils des Werkstoffes vom Scherben, in einer mittleren Abmessung bis 7 mm auf dem im Einbauzustand sichtbaren Bereich des Dachziegels.
Zu unterscheiden sind:
- Eckabsplitterung:
Absplitterung an einer Ecke des Ziegels,
- Längssplitter:
Splitter, welche entweder die Falzrillen oder andere refliefartige Bereiche des Dachziegels betreffen.
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| Schleierbildung |
Vorübergehende Ausblühungen, die allmählich durch Niederschlag entfernt werden. |
| Farbnuancen |
Bei einfarbigen Dachziegeln: keramisches Spezifikum |
Kratzer,
Reibungsspuren |
Herstellungs- bzw. transportbedingt
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| Falten |
Bedingt durch Preßvorgang |
Freiwillige Fremdüberwachung und permanente Eigenüberwachung
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Gegenüber den Anforderungen der DIN EN 1304 sind deutsche Dachziegel bei der Erstprüfung zusätzlich zur Eigenüberwachung durch den Hersteller durch zugelassene Prüfeinrichtungen zu prüfen. Mindestens einmal pro Jahr ist neben der Eigenüberwachung im Zuge der Qualitätskontrolle auch eine Fremdüberwachung durchzuführen.
In beiden Fällen ist die Probenentnahme Bestandteil der Fremdüberwachung.
Die Fremdüberwachung der Dachziegelqualität ist ein deutsches Spezifikum und soll auch im Zuge sich lockernder, europaweiter Güteüberwachung nicht aufgegeben werden. Die Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach e. V., Bonn, leistet hier auch einen wichtigen Beitrag zum Verbraucherschutz auf der Grundlage einer freiwilligen Fremdüberwachung der Produkte ihrer Mitgliedsunternehmen.
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Geometrische Eigenschaften
gemäß DIN EN 1024
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Toleranz
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Gleichmäßigkeit der Form
Ebenheit der Flachziegel, Falzziegel, Strangfalzziegel und Hohlpfannen,1
Dachziegelgesamtlänge
> 300 mm
300 mm |
1,5 %
2,0 %
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Gleichförmigkeit der Querprofile
von Mönch- und Nonnen-Dachziegel
Messung der Ziegelbreite am engen und weiten Ende, Abweichungen zwischen kleinsten und größten gemeinsamen Werten am jeweiligen Ende |
15 mm |
Geradlinigkeit
Falzziegel, Strangfalzziegel, Hohlpfannen,1
Mönch und Nonnen-Dachziegel,
Mittelwert der Geradlinigkeit in Längsrichtung
Dachziegelgesamtlänge
> 300 mm
300 mm
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1,5 %
2,0 %
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Flachziegel (Biberschwanzziegel)
deklarierte Länge
> 300 mm
300 mm |
1,5 %
2,0 %
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Abmessungstoleranz
alle Dachziegel, Ausnahme Mönch und Nonne-Dachziegel |
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Mittelwerte für Länge und Breite,
Abweichung bezogen auf Herstellerangabe
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2,0 % |
Mittleres Deckmaß,
Abweichung bezogen auf Herstellerangabe
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2,0 % |
Variable Decklänge/Deckbreite,
Abweichung bezogen auf Herstellerangabe |
jeweils
2,0 %
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1 In der DIN EN 1304 unkorrekt als "Krempziegel" übersetzt.
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Physikalische und mechanische Eigenschaften
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Wasserundurchlässigkeit
gemäß DIN EN 539-1 1
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Toleranz
cm3/cm2/Tag
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Anforderungsstufe 1
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Prüfverfahren 1
Mittelwert des Undurchlässigkeitsfaktors
Einzelwerte |
0,5
0,6 |
Prüfverfahren 2
Mittelwert des Undurchlässigkeitsfaktors
Einzelwerte |
0,8
0,85 |
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Biegetragfähigkeit gemäß DIN EN 538
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| Flachziegel (Biberschwanzziegel) |
600 N
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| Falzziegel mit ebener Sichtfläche |
900 N
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| Mönch und Nonnen-Dachziegel |
1000 N
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| alle übrigen Dachziegel |
1200 N
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Frostwiderstandsfähigkeit gemäß DIN EN 539-2 1
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Prüfverfahren B für die Zone B (Deutschland, Österreich, Finnland, Island, Norwegen, Schweden und die Schweiz)
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Vorbehandlung
Wasserlagerung und Berieselung
einseitige Befeuchtung |
Frostwiderstandsfähigkeit
min. 150 Frost-/Tau-Wechsel |
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1 Die verschiedenen aufgeführten physikalischen oder mechanischen Kennwerte sind voneinander unabhängig; so bedeutet beispielsweise eine bei einem Dachziegel gemessene hohe Wasserdurchlässigkeit nicht ohne weiteres, daß dieser eine geringe Frostbeständigkeit aufweist, und umgekehrt. |